Sechs Paddel für ein Halleluja


Berichte von Einheimischen.

Hiddensee-Marathon war Testrennen für Outrigger-Weltrekordversuch Bornholm – Rügen
Stralsund/ Rügen.

Premiere beim 13. Hiddensee-Marathon: Zwei Outrigger-Boote haben am Sonnabend die rund 70 Kilometer lange Strecke von Stralsund rund Hiddensee absolviert. Dafür benötigte das eine Boot sechs Stunden und 22 Minuten und war damit eine Minute schneller als Steffen Burkhardt, Sieger des Vorjahres im K1. Das zweite Boot brauchte 6 Stunden und 26 Minuten, während Michael Dobler im Surfski einen neuen Rekord rund Hiddensee mit fünf Stunden und 53 Minuten aufstellte.

Vom Stralsunder Kanuklub ging es zunächst durch die Barhöfter Rinne auf die Ostseeseite von Hiddensee, dann vorbei an Neuendorf, Vitte und Kloster und durch die Boddengewässer zurück. Auf der Tour bot sich den Sportlern in den 48 Booten ein Naturschauspiel, das sie trotz der kräftezehrenden Paddelei für Momente genießen konnten: Seevogelkolonien, einsamen Strandseen, lange Sandstrände, die Steilküste, die Schilfgürtel und das Windwatt südlich des Enddorns beim Bessin. Eine Tour, die bei Windstärke 2 aus Süd zu rund 90 Prozent durch den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft führte. „Gegen Ende drehte der Wind auf West, wurde stärker und ein Gewitter zog auf“, erzählt Mirko Wetzel vom Stralsunder Kanu Club. „Aus Sicherheitsgründen haben wir die letzten Paddler in ie Beiboote geholt.“

Für die beiden sechsköpfigen Besatzungen der High-Tech-Auslegerboote war das ein weiteres wichtiges Training für den Weltrekordversuch, der am 6. September in Rønne (Bornholm/ Dänemark) gestartet wird. Bei der so genannten „Outrigger Challenge“ werden die Athleten dann rund 100 Kilometer über die Ostsee bis nach Sellin paddeln, eine Distanz, die bislang noch nie in Angriff genommen wurde.

Mit an Bord: Kanu-Weltmeister Paul Mittelstedt und Schlagmann Andreas Dittmer
, der mehrfache Weltmeister und dreimalige Kanu-Olympiasieger. „Der Hiddensee-Marathon war eine tolle Vorbereitung auf unseren Weltrekordversuch“, so Andreas Dittmer. „Die Bedingungen waren relativ entspannt. Das wird auf der offenen Ostsee im September ganz anders sein, eine große Herausforderung und ein Kampf gegen die Strömungen, die Wellen das Wetter. Und die 30 Kilometer zusätzlich sind auch nicht zu unterschätzen.“

Beim Weltrekordversuch gehen mehrere 9er-Teams an den Start. Unterwegs wird es „schwimmende“ Wechsel geben. „Vom Begleitboot aus springen immer zwei Sportler ins Wasser und entern den Outrigger, während sich zwei Paddler von dort ins Wasser fallen lassen, wenn möglich, ohne groß das Tempo zu verringern“, sagt Thomas Eggers, der begleitende Kameramann von NOA-TV. Auch er absolvierte eine weitere Trainingseinheit, denn es ist gar nicht so einfach, gute Aufnahmen bei Wind und Wellen einzufangen.

Für die Sportler und den Kameramann war es das vorletzte Vorbereitungsrennen. Der Abschlusstest findet am ersten Augustwochenende bei einem offenen Seerennen vor Rostock-Warnemünde statt. Im September wird dann auch eine Frau mit im Team sein und den Weltrekordversuch wagen: die Kanutin Birgit Fischer, die erfolgreichste deutsche Olympionikin.

 

 

 


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