Weiße Riesen – Kreideküste im Nationalpark


Weiße Riesen – Kreideküste im Nationalpark
Berichte von Einheimischen.

Kein Rügen-Urlaub ohne Kreide! Die „weißen Riesen“ der Halbinsel Jasmund sind die unbestrittenen Stars unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Ostseeinsel. Mit teilweise knapp 120 Metern Höhe sind sie ungefähr 100-mal so groß wie ein sechsjähriges Kind – echte Riesen also. Und uralt: Ihre Entstehung begann vor fast 70 Millionen Jahren in einem urzeitlichen Meer. Die Schalen und Skelette kleinster Lebewesen sanken nach deren Tod auf den Meeresboden und bilden über die Jahrtausende langsam eine dicke Kalkschicht. Um gerade einmal 3,5 Zentimeter wuchs diese Schicht in 1.000 Jahren. Langsam, aber unaufhörlich wurde diese Schicht bis zu 600 Meter dick. Dann sank der Meeresspiegel und die Eiszeit begann. Die Kreideschichten wurden gepresst, gekippt, gegeneinander verschoben und begannen, zu dem zu werden, was sie heute sind: Rügens berühmte Kreideküste.

Vor 800 Jahren begannen dann Buchen die Halbinsel Jasmund zu erobern und dem Weiß der Kreide und dem Blau des Meeres ihr typisches Grün hinzuzufügen. Und weil diese Landschaft so einzigartig ist, hat man sie schon 1906 zum ersten Mal unter Schutz gestellt. 1990 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt und seit 2011 gehören Teile des Nationalparks Jasmund sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“.

Feuersteine, Fossilien, uralte Bäume und eine urwüchsige Natur –
ein Ausflug an die Jasmunder Kreide ist wie eine Reise in die Vergangenheit: Auf den ausgedehnten Wanderwegen, die sich durch diese zauberhafte Landschaft mit ihren weißen Klippen, wilden Stränden, verwunschenen Mooren und türkisblauem Meer ziehen, kann man selbst durch diese fantastische Welt spazieren und sich von ihren vielen Geheimnissen bezaubern lassen.

Einige dieser Geheimnisse enthüllen die Erlebnisausstellung im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl und die geführten Wanderungen durch den Nationalpark. Zu den vielleicht spannendsten und nicht immer ganz ungefährlichen Geheimnissen gehört wohl, dass die Kreideküste sich auch heute noch und in Zukunft immer wieder wandeln wird: die Ostsee, Wind und Wetter arbeiten noch immer daran, die Kreideküste und die Landschaft zu formen. Ausspülungen, Abbrüche, absterbende Bäume fordern beständig dazu auf, die Augen offen zu halten und die Natur bei ihrem mächtigen Wirken staunend und ehrfurchtsvoll zu beobachten.

 


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