Der langjährigste Museumsmitarbeiter – ein Fisch?


Der langjährigste Museumsmitarbeiter – ein Fisch?
Berichte von Einheimischen.

Ein wenig behäbig schwimmt er durch sein Reich, der Waxdick im Flussmündungsbecken des Ostsee-Aquariums im OZEANEUM Stralsund. Unter den vier Stören im gut 65 000 Liter fassenden Rundbecken ist er der Senior in der Gruppe. Auf mittlerweile 48 Jahre wird der alte Waxdick geschätzt und wird deshalb liebevoll „der dienstälteste Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums“ genannt.

1968 ging das etwa 3-jährige und ca. 50 Zentimeter große Tier einem Usedomer Fischer ins Netz.

Dieser übergab den Fang an das MEERESMUSEUM in Stralsund. Mit der Neueröffnung des OZEANEUMs stand nach knapp 40 Jahren im MEERESMUSEUM auch für ihn der Umzug in das eigens für die Störe konzipierte Becken „Flussmündung“ an. Der betagte Herr galt als Risikopatient, denn in seinem Alter ist eine Umsiedlung mit großem Stress verbunden. Der Waxdick kam auch, vom Tierarzt sachkundig begleitet, mit diesem Ortswechsel gut zurecht und so zieht er auch in seinem neuen Zuhause seine Kreise unermüdlich weiter und beobachtet dabei neugierig seine neuen Kollegen bei der Arbeit.

Jeden Dienstag um 13:30 Uhr füttert ein Tierpfleger im OZEANEUM Stralsund die sogenannten lebenden Fossilien, die Zeitgenossen der Dinosaurier vor 250 Millionen Jahren waren und bis heute nahezu unverändert leben. Störe sind Bodenfresser und stülpen ihr Maul mehrere Zentimeter hervor, um Nahrung aufzunehmen, wie sich bei den Fütterungen gut beobachten lässt.  Die ebenfalls im Flussmündungsbecken lebenden Meerforellen, Atlantischen Lachse und Flussbarsche fressen alles, was ihnen vors Maul kommt – theoretisch auch das Futter der Störe. Damit diese nicht zu kurz kommen, reicht ein Taucher den Bodenbewohnern direkt ihre Filethappen.

 

(Text: OZEANEUM Stralsund)

(Foto: Johannes-Maria Schlorke)

 


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