Ina Müller: „Strandkörbe rührt Euch!“


Ina Müller: „Strandkörbe rührt Euch!“
Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Sie ist ein norddeutsches Original: Die NDR-Moderatorin und Sängerin Ina Müller ist im August 2008 zu einer Entdeckungsreise auf Rügen gewesen und hat die Insel in einem Film vorgestellt.

Sommer 2008: Warten in der Lobby des Kurhauses Binz. Ina Müller verspätet sich um etwa eine Stunde. Regen hat die Dreharbeiten verzögert. Auf ihrem Terminplan stehen für diesen Abend noch ein Interview und eine halbe Stunde später der Besuch des SPA-Bereichs mit Kreideanwendung. Meine Fragen sind kurz. Die Antworten sprudeln nur so aus ihr heraus. Gib ihr ein Stichwort: Rügen. „Ich bin ja eigentlich eine Nordsee-Inselmaus. Aber Rügen ist etwas ganz Besonderes. Diese Vielfalt. Hier Wald und da Strand, mal richtig ländlich und dann wieder Urbanes. Kann das sein, dass ich heute einen Kiefernwald entdeckt habe?“ Hat sie. Und gleich dahinter den FKK-Strand. Stichwort FKK: „Wenn ich echt inkognito bin, dann ist das ein ganz tolles Gefühl, ganz nackidei zu sein, ohne Badeanzug und ohne immer gucken zu müssen, ob irgend etwas verrutscht. Ich bin ja nicht berühmt, aber es ist schon so, dass mir, wenn ich in der Sauna bin, zehn Leute gegenüber sitzen und ich hocke auf meiner Bank allein und werde angestarrt. Das macht mir schon Sorgen. Deswegen bin ich mit FKK sehr vorsichtig.“ Auf Wittow, am einsamen Strand, vielleicht einmal ganz heimlich nackt ins Meer? „Das mache ich, aber ich sage nicht, wann und wo“, lacht sie.

Auf der „Kalinin“ war sie mit ihrem Fernsehteam in Richtung Kreidefelsen unterwegs, mit dem Hanomag im Gelände.
Und auch auf der Inselrodelbahn in Bergen ist sie gefahren und mit dem Rasenden Roland. Oben auf der Lok. „Ich verstehe keinen Mann, der schon als Kind Lokführer werden wollte. Auf dieser alten Lok ist es so heiß und so laut. Das glaubt ihr gar nicht. Das habe ich fünf Minuten ausgehalten und musste wieder raus. Wahnsinn, dieser Heizer-Job. Dann doch lieber ICE. Da ist ein Knopf. Da steht Poweronoff drauf. Einfach drücken und los geht‘s.“

Natürlich spielt auch Rügens größtes Ostseebad eine Rolle in ihrem Film: „Man sagt ja, kennst du Binz, kennst du alles. Stell dir vor, in Göhren lag dieselbe gelbe Banane neben der Seebrücke wie in Binz. Nur etwas kürzer die Seebrücke und kleiner die Banane. Was aber merkwürdig war: Die Anordnung der Strandkörbe, so militärisch exakt ausgerichtet. Die stehen ja wie Soldaten. Ich hätte am liebsten ,Rührt Euch‘ gerufen. Fand ich total lustig.
Anders als bei uns. Auf den nordfriesischen Inseln sieht es so aus, als hätte eine riesige Hand die Strandkörbe in die Dünen fallen lassen. Verrückt!“
Ihr Termin beim Spitzenkoch Peter Knobloch sei der Hammer gewesen. „Was der da macht mit den Blüten, den Kräutern und dem Salz ist ja an Lebensqualität und Sinnesfreuden kaum zu übertreffen.“
Ein Blick zur Uhr. Gleich geht‘s in die Heilkreide. Doch auch Ina Müller ist neugierig. Jetzt sprudeln die Fragen aus ihr heraus. „Gab es euren Buckelwal wirklich? War das kein Werbe-Gag? Hilft die Kreide gegen alle Krankheiten mit -itis? Benutzt der Rüganer selber Kreide? Wie lange darf man die noch abbauen? Hast du noch einen Tipp für mich???“

Fotos: Holger Vonberg


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