Handwerkskunst hinter dicken Klostermauern


Handwerkskunst hinter dicken Klostermauern
Seit 2004 arbeitet Janet Lindemann als Freie Journalistin auf der Insel Rügen. Sie interessiert sich besonders für die Themen Kultur, Natur, Tourismus und Reisen. Ihre Text- und Bildbeiträge erscheinen unter anderem im Sommer-Magazin der Ostsee-Zeitung, dem Magazin für schlaue Eltern... mehr

Weit weg von Stränden, Bummelmeilen und Bäderarchitektur besticht das ehemalige Nonnenkloster der Zisterzienser in Bergens Altstadt mit seinem ursprünglichen Charme. In parkähnlich gestalteten Freiflächen können Ruhesuchende im Schatten der mehr als 800 Jahre alten St. Marien-Kirche auf Bänken verweilen und so dem Trubel auf dem Bergener Marktplatz entfliehen. Hier hat sich Künstlerin Rita Ackermann niedergelassen. Für die gebürtige Niederrheinerin ist das Kloster-Areal eine Oase auf der Insel, versteckt hinter dicken Klostermauern. In ihrer „Schmuckschmiede“ in den Schauwerkstätten – es handelt es sich um die früheren Stallungen – fertigt sie vor den Augen der Besucher Haarspangen, Kettenanhänger und Ringe. „Ich fühle mich wohl auf dem Eiland. Ich liebe das Licht, diese Weite und den Wind.“

An Rügens Stränden findet die Bildhauerin und Kunstschmiedin Zeit und Inspiration für ihre Objekte.
Vor ihrer Werkstatt schaukelt ein aus Aluminium bestehender Fisch im Wind. Eine Schiebetür trennt die Schmiede vom Reich der Kunstkeramikerin Kati Rohde. Diese lässt sich beim Modellieren auf die Finger schauen. Wer Glück hat, trifft sie beim Brennen im Freien an. „Raku ist ein japanisches Verfahren, bei dem die Keramik zwischen 900 und 1200 Grad Celsius mit Zangen aus dem Ofen genommen wird. Durch den Temperaturschock reißt die noch glühende Glasur auf und bildet ein Netz kleiner, haarfeiner Risse – das einzigartige Krakelee“, erzählt sie begeistert. Diesen Prozess mitzuerleben, sei jedes Mal ein Erlebnis, versichert die Künstlerin. Ein solches erwartet Besucher auch im Studio von Fotograf Konrad Nickel. Der Fotokünstler setzt kleine und große Menschen in Szene. Freundin Monique kümmert sich um die Dekoration und betreibt ein kleines Lädchen am Klosterhof. Auf Bänken vor den Schauwerkstätten gibt es genügend Möglichkeiten, auszuspannen und abzuschalten oder den Künstlern bei ihrem Treiben zuzuschauen.

 

 


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