Jenseits von Strandkorb und Luftmatratze – Vom kulturellen Reichtum der Insel


Berichte von Einheimischen.

Steinerne Zeugen längst vergangener Epochen säumen manchen Weg, ein Hauch von Nostalgie umweht historische Ortschaften – und doch ist alles ganz gegenwärtig. Geschichte und Gegenwart, Tradition und moderner Genuss vereinen sich auf der Insel Rügen zu einem Urlaubserlebnis für alle Sinne. Denn auch jenseits der feinsandigen Strände gibt es viel zu entdecken. Immerhin kann die Insel Rügen auf eine zehntausendjährige Geschichte zurückblicken, und aus fast allen Epochen sind eindrucksvolle Zeugen erhalten: Über 3.600 denkmalgeschützte Kulturschätze finden sich auf der Insel. Zu den ältesten gehören die vielen gut erhaltenen Opfersteine und die Hügel-, Hünen- und Großsteingräber, von denen einige zu den bedeutendsten in der Region zählen. Sie sind zum Teil über 5.000 Jahre alt und flößen dem Betrachter noch heute allergrößten Respekt ein. Schließlich sind die Steine, aus denen sie errichtet wurden, etliche Tonnen schwer und wurden nur mit Muskelkraft bewegt.

Im Laufe der Jahrtausende hinterließen Slawen hier ebenso ihr Spuren wie später die Schweden:
Burgwälle und Verteidigungsanlagen zeugen von Kriegen und anderen Auseinandersetzungen und manch bewegende Geschichte verbirgt sich hinter den Bauwerken, von denen oft nur Reste die Jahrhunderte überdauert haben, die aber noch immer von einer bewegten Vergangenheit zeugen. Auch die Kirchen auf der Insel könnten wohl so manche Geschichte erzählen. Viele der aus typisch norddeutschem roten Backstein erbauten Gotteshäuer stammen noch aus der Zeit der Christianisierung der Insel im 12. und 13. Jahrhundert. In den edlen Guts- und Herrenhäuser in den ländlichen Regionen der Insel Rügen können Reisende noch wunderbare Entdeckungen machen, auf den Spuren von Persönlichkeiten und Familientraditionen wandeln und dem Charme vergangener Zeiten erliegen. Denn nach aufwändigen und liebevollen Sanierungsarbeiten erstrahlen viele Güter in altem Glanz und bieten Urlaubern stilvolle Unterkünfte.
So bunt und vielfältig wie die Kultur der Insel Rügen sind auch ihre Museen. Und jedes widmet sich einem anderen Thema: Sei es die Rügener Kreide, sei es der Bernstein oder der Schulalltag anno dazumal. Die Landkarte der Rügener Museen ist kunterbunt und alles andere als staubig. Es gibt sehr große Ausstellungsstücke wie historische Dampfloks und Landmaschinen und sehr kleine Exponate wie winzige prähistorische Fossilien.
Gekämpft, geraubt, gefeiert, gelacht und geliebt wird im Sommer allabendlich auf der Naturbühne Ralswiek: Die Störtebeker Festspiele mit ihren Geschichten rund um den zur Legende gewordenen Seeräuber Klaus Störtebeker und seine „Likedeeler“ sind eine der größten Attraktionen der Insel. Mehr als 150 Mitwirkende, 4 Schiffe, 30 Pferde, zahlreiche Spezialeffekte und spektakuläre Stunts sowie ein abschließendes Feuerwerk über dem Großen Jasmunder Bodden gehören Jahr für Jahr zum festen Programm der Festspiele.
Ein Juwel des Klassizismus ist Rügens kleines Theater in der ehemaligen fürstlichen Residenzstadt Putbus.
Im Auftrag des Fürsten Malte zu Putbus wurde 1819 mit seinem Bau begonnen. Zahlreiche Inszenierung des Theaters Vorpommern, Konzerte und Gastspiele bieten Kultur und Unterhaltung zu jeder Jahreszeit.
Wenn das Jagdschloss Granitz zur Bühne wird und von der Seebrücke in Sellin zarte Streicherklänge über die Ostsee ziehen, dann ist Festspiel-Zeit auf Deutschlands größter Insel. Mit hochkarätigen klassischen Konzerten, renommierten Musikern und aufstrebenden jungen Künstlern locken die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern seit über zwanzig Jahren anspruchsvolle Musik-Liebhaber und unternehmungslustige Kultur-Urlauber auch nach Rügen. Und noch bevor im Frühjahr die ersten Blätter sprießen und zarte Blüten das endgültige Ende des Winters beweisen können, feiert Rügen schon musikalisch das große Frühlingserwachen. Der Festspielfrühling Rügen, ein „Ableger“ der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern verspricht jedes Jahr im März ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse.


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